Schmerztherapie beim posttraumatischen Cervicalsyndrom (PTCS)

Von Bedeutung für die Schmerztherapie ist die Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, das sog. Schleudertrauma.

Das nach einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule auftretende Beschwerdebild wird als posttraumatisches Cervicalsyndrom bezeichnet. Das Schleudertrauma stellt nur eine der möglichen Entstehungsursachen dar. Zu den Entstehungsmechanismen beim posttraumatischen Cervicalsyndrom gehören alle Arten von Gewalteinwirkungen, welche zu einer verhältnismäßig starken Verbiegung oder Stauchung der Halswirbelsäule führen.

Die Halswirbelsäule stellt zwischen Kopf und Thorax ein relativ schwaches Bindeglied dar, welches praktisch nach allen Seiten hin frei beweglich ist. Gewaltsame Stauchungen und Verbiegungen der Halswirbelsäule kommen vor beim Sport, wie z.B. Handball, Boxen aber auch bei anderen Gelegenheiten wie z. B. auf der Kirmes oder Rummelplatz.
Wenn der Kopf bei feststehendem Rumpf eine starke Beschleunigung nach dorsal erfährt, kommt es zur Überstreckung der Halswirbelsäule. Die nozizeptiven Felder im Bereich der Wirbelgelenkkapseln, vor allem der unteren cervicalen Bewegungssegmente, erfahren eine starke Irritation. Unter Umständen kommt es auch zu einer Kompression der Nervenwurzeln in den Foramina intervertebralia. Es resultieren Schulter-/ Nackenbeschwerden, zum Teil mit Ausstrahlungen in den Arm. Charakteristisch für das posttraumatische Cervicalsyndrom ist ein beschwerdefreies Intervall zwischen Verletzung und dem Auftreten der ersten Symptome. Ein posttraumatisches cervico-cephales Syndrom tritt z. B. als hartnäckiger Hinterkopfschmerz mit Occipitalisneuralgien in Erscheinung.

Im Mittelpunkt der Schmerztherapie beim akuten posttraumatischen Cervicalsyndrom stehen Kältepackungen, Ruhigstellung und Analgetika. Besonders wenn eine unfallbedingte Schädigung mit Regreßansprüchen ursächlich war, besteht eine starke Chronifizierungstendenz. Man sollte deswegen auf jeden Fall die Halskrawatte so bald wie möglich absetzen und Bewegungsübungen verordnen. Manipulationen mit stärkeren Bewegungsexkursionen sind nicht angebracht, da dadurch das Distorsionstrauma mit Lockerung des Bewegungssegmentes aufrecht erhalten wird.