Akupunktur

Akupunktur

Akupunktur

Akupunktur

Akupunktur bedeutet, Aktivierung körpereigener schmerzhemmender Systeme durch Nadelstiche in definierte Hautareale.

Die analgetische Wirkung der Akupunktur beruht wahrscheinlich auf einer Schmerzlinderung durch Ausschüttung von Endorphinen. Nach Pomeranz (1981) wird die analgetische Wirkung durch einen Schmerzreiz in der Peripherie in Gang gesetzt, der einen Wirkungsmechanismus auf drei Ebenen hervorruft:

Der Schmerzreiz durch Nadelstich als Noxe stimuliert den Nozizeptor und wird über Afferenzen zu den Hinterhörnern des Rückenmarks weitergeleitet. Hier erfolgt die Umschaltung auf ein 2. Neuron, das den Schmerzreiz weiter zum Thalamus und schließlich zur Hirnrinde , dem Ort der Schmerzlokalisierung leitet. An den Synapsen des nozizeptiven Systems im Rückenmark und Gehirn üben körpereigene Opioidpeptide (Endorphine) eine hemmende Funktion auf die Übertragung nozizeptiver Informationen aus. Die Neurone, aus denen endogene Opioide als inhibitorische Überträgerstoffe freigesetzt werden, können als Teile des antinozizeptiven Systems aufgefaßt werden, das durch Akupunktur aktiviert werden kann (Stux, 1993).

Die Akupunktur stellt einen Teil der traditionellen chinesischen Medizin dar, ist dort definiert als das Stechen und Wärmen. Die definierten Punkte an der Körperoberfläche werden auch als Akupunkturlöcher bezeichnet, da im Bereich eines Akupunkturpunktes meist ein Faszienloch mit Durchtritt eines Nervs, einer Vene und einer Arterie zu finden ist.

Akupunktur als Teil der orthopädischen Schmerztherapie

Die klassische Körperakupunktur kann als adjuvante Therapie im Rahmen der orthopädischen Schmerztherapie bei allen chronischen Schmerzzuständen eingesetzt werden. Die Behandlung sollte möglichst in entspannter Lage durchgeführt werden, d.h. in der Entlastungslagerung für die Wirbelsäule.

Für eine vergleichende Studie zur Wertigkeit der Akupunktur im Rahmen der Schmerzbehandlung wurden von uns Untersuchungen an Schmerzpatienten durchgeführt, wobei keine individuelle Punktauswahl, sondern eine Standardisierung der zu stechenden Punkte stattfand (Grifka, 1992). In dieser Studie haben wir feststellen können, daß die Körperakupunktur mit den klassischen Akupunkturpunkten einer Placeboakupunktur mit willkürlich ausgewählten Punkten deutlich überlegen ist. Die Skala für den Gesamtschmerz und für den Höchstschmerz lag bei den Patienten mit klassischer Akupunktur nach 14 Behandlungen deutlich niedriger als bei den Patienten mit Placeboakupunktur (Grifka, 1992). Allerdings spielt die individuelle Ansprechbarkeit des Patienten für die Effektivität der Akupunktur eine bedeutende Rolle (Grabow 1992).

Minimalkriterien für ein sinnvolles Therapieprinzip unter Einschluß der Akupunktur bedeutet, Durchführung von mindestens 10 Akupunktursitzungen mit einer Sitzungsdauer von mindestens 15 Minuten. Eine Metaanalyse zeigte bei 75 von 88 Studien ein positives Ergebnis der Akupunktur im Rahmen der Schmerztherapie (Molsberger, 1997).