Bandscheibe

Bei Lähmungen wird operiert

Anders sieht es bei Notfällen aus.

Drückt bei einem Rückengeplagten die Bandscheibe so stark auf einen Nerv, dass dies zu Lähmungen in den Gliedern führt, der Patient Füße oder Hände nicht mehr richtig bewegen kann, womöglich Störungen im Mastdarm oder in der Blase auftreten, ist eine Operation nötig – und zwar sofort. Dabei entfernen Chirurgen das Bandscheibengewebe, das auf den betroffenen Nerv drückt.

Das sind Ausnahmen. In den meisten Fällen steht als Erstes eine schmerzstillende Therapie auf dem Plan. Dabei spritzen Ärzte entzündungshemmende Substanzen und lokale Betäubungsmittel an den Ort des Vorfalls. Die Methode hat sich nach Meinung der Experten bewährt. Über das Wie streiten sie sich allerdings. Da die Injektion sehr präzise erfolgen muss, empfehlen viele Mediziner, sie unter Bildkontrolle durchzuführen. Damit einher geht eine Belastung mit Röntgenstrahlung. Würde die Behandlung nur einmal erfolgen, wäre das auch für den Orthopäden Theodoros Theodoridis akzeptabel. In der Praxis stehen solche Behandlungen bei einem Bandscheibenvorfall aber bis zu dreimal an, bei wiederholten Vorfällen multipliziert sich die Anzahl. „Deswegen sollten die Schmerzmittel möglichst ohne Strahlenbelastung gegeben werden. Ein erfahrener Orthopäde muss das können“, sagt Theodoridis.