Wärme in jeder Form wirkt lindernd auf Schmerzen der Wirbelsäule. Vielfach wird die wohltuende Wärme schon vom Patienten eingesetzt, bevor er den Arzt aufsucht.
Wärme wirkt lokalanalgetisch über den Abtransport der Entzündungsmediatoren, muskelentspannend und beruhigend auf das Vegetativum. Wärme wird in Cortex und Psyche als wohltuend empfunden.
Wärme kann auf verschiedene Weise appliziert werden. Sie wird entweder durch den direkten Kontakt vom Wärmeträger auf den Patienten fortgeleitet oder man wendet sie indirekt als strahlende Wärme an. Fango und Moorpackungen entwickeln eine gute Tiefenwirkung, aber auch einfache Trockenapplikationen wie Rotlicht und Heißluftkasten haben sich in der Praxis bewährt. Für die Heimbehandlung als Sofortmaßnahme empfehlen sich Heizkissen, Wärmflasche oder ein heißes Bad. Die lokale thermische Wirkung steigert sich in folgender Reihenfolge (Tilscher, 1989):
Dampfdusche 52 Grad
Heiße Wasserdusche 40-42 Grad
Heiße Teilpackung 40-42 Grad
Peloidpackung 43-45 Grad
Heusack
43-45 Grad
Heißluftdusche (Föhn) 35 Grad
Die intensivste örtliche Wärmeapplikation ist die Dampfdusche. Sie wird besonders von Patienten mit chronisch-rezidivierenden Cervicalsyndromen als wohltuend empfunden.
Kontraindikationen für lokale und generalisierte Wärmeanwendungen finden sich bei Thrombosen und Thrombophlebitiden, bei Herzkreislaufstörungen, Dermatosen sowie bei akut-entzündlichen Vorgängen und floride infektiöse Prozesse.
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