Es gibt mehrere Möglichkeiten, den lumbalen Epiduralraum mit einer Kanüle zu erreichen:
Der interlaminäre Zugang wird in der Anästhesie für die lumbale spinale- und peridurale Anästhesie gebraucht. Periduralkatheder werden interlaminär eingeführt. Abgesehen von den Fehlern und Gefahren, die von einer länger dauernden Kathederbehandlung ausgehen (Donner, 1995), besteht der wesentliche Nachteil für die orthopädische Schmerzbehandlung darin, dass die Patienten nicht an vielen Maßnahmen des physiotherapeutischen Begleitprogramms teilnehmen können. In der orthopädischen Schmerztherapie verwendet man deswegen epidurale Einzelinjektionen in der sog. "Single shot" Technik. Gebräuchlich ist der interlaminäre Zugang für die konventionelle epidurale Injektion mit der "loss of resistance" Technik oder als epidural- perineurale Injektion in der neuen 2-Nadeltechnik für den anterioren Epiduralraum.
Der Zugangsweg über den Hiatus sakralis
ist in der Schmerztherapie weit verbreitet und wird vor allem bei unteren
lumbalen Wurzelsyndromen genutzt (Bush, 1991).
Grundsätzlich besteht
noch die Möglichkeit, den lumbalen Epiduralraum indirekt
über die Bandscheibe bei einem dorsal
perforierten Anulus fibrosus zu erreichen. Wir machen von dieser
Möglichkeit Gebrauch, wenn sich bei der Diskografie ein
Kontrastmittelabfluß in den Epiduralraum zeigt und die geplante
Chemonukleolyse nicht in Frage kommt. Das in diesen Fällen intra-diskal
applizierte Kortison fließt aus der Bandscheibe direkt in den ventralen
Epiduralraum in den Bereich, in dem die Nervenwurzel komprimiert wird.
Der
Zugang zum lumbalen Epiduralraum über das Foramen
intervertebrale ist nur unter CT-Kontrolle möglich und bleibt
Einzelsituationen z.B. beim therapeutischen Postdiskotomiesyndrom mit
Kompression der austretenden Nervenwurzel vorbehalten.
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