Lexikon der Wirbelsäule » K

Krafttraining

Allgemein

Bei vielen Sportarten gehört das Krafttraining zur üblichen Wettkampfvorbereitung. Kraft- und Muskelzuwachs werden durch Gewichtheben und an speziellen Geräten erreicht. Dabei kann es zu (Fehl-)Belastungen der Wirbelsäule kommen. Das gilt insbesondere für das Gewichtheben. Beim Hochheben der Hanteln im Stehen, sei es durch Stoßen oder Reißen, entsteht in der Schlussphase ein Hohlkreuz unter voller Gewichtsbelastung. Zusammen mit dem zum Teil enormen Gewicht durch die Hanteln entstehen Schäden im hinteren Bandscheibenanteil und im Wirbelbogen. Dort bildet sich unter Umständen eine Knochenerweichungszone, die man als Spondylolyse bezeichnet. Im weiteren Verlauf kann ein Wirbelgleiten (Spondylolisthese) entstehen.

Wir haben bei unserer Reihenuntersuchung von Gewichthebern verschiedener Alters- und Gewichtsklassen mit Röntgenspezialaufnahmen der Lendenwirbelsäule feststellen müssen, dass jeder fünfte Gewichtheber, der regelmäßig an Wettkämpfen teilnimmt, solche Umbauzonen im unteren Bereich seiner Lendenwirbelsäule aufweist.

Wenn man schon einen Kraft- und Volumenzuwachs der großen Muskeln erzielen will, so sollte dabei die Wirbelsäule nicht belastet werden. Es gibt zahlreiche Geräte, mit denen Arm- und Beinmuskeln auch ohne Wirbelsäulenbelastung trainiert und zu Höchstleistungen gebracht werden können. Wenn schon ein Hanteltraining zur Kräftigung der Arm- und Schultergürtelmuskeln durchgeführt werden soll, kann dies auch im Liegen auf einer Bank erfolgen. Die Hüft- und Kniegelenke sind dabei gebeugt, um die Hohlkreuzbildung zu vermeiden.

Für das Training der Beinmuskeln gibt es entsprechende Maschinen und Geräte, die ebenfalls im Liegen betätigt werden können.

Beim Krafttraining sollte man die Bauch- und Rückenstreckmuskeln nicht vergessen. Alle Wirbelsäulenübungen stellen schon eine Art Krafttraining für die Rumpf- und großen Arm- und Beinmuskeln dar. Wenn man die Anspannungszeiten verlängert und sich noch zusätzlich Gewichte auflegt, kann der Kraftzuwachs erheblich sein. Gleichzeitig vermehrt sich die Muskelmasse.

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Medizinische Trainingstherapie (MTT)

Im Anschluss an die Krankengymnastik zur Behandlung von Rückenschmerzen folgt die medizinische Trainingstherapie ebenfalls durch Physiotherapeuten (Krankengymnasten) zur Vorbeugung von Erkrankungen der Wirbelsäule. Das spezielle Übungsprogramm dient zur weiteren Mobilisation und Stabilisation der Wirbelsäule. Trainiert wird mit repetitiv durchgeführten Übungen (Wiederholungsmethode), wobei sich die Anzahl der Sätze der Wiederholungen an Defiziten orientiert. Vor dem Training erfolgt eine funktionelle Eingangsuntersuchung, um funktionelle Störungen wie Muskeldysbalancen, Hyper- und Hypomobilitäten aufzudecken. Die Behandlung erfolgt aus verschiedenen Körperstellungen heraus (Stehen, Sitzen, Liegen) unter Einsatz besonderer Geräte, wie zum Beispiel Schrägbrett, Petziball, Rollenzug, Mobilisationsbank und so weiter.

Kiesertraining

Beim Kiesertraining handelt es sich um ein dynamisches Krafttraining nach der Wiederholungsmethode, das nahezu ausschließlich an Kraftmaschinen stattfindet. Das Ziel bei Wirbelsäulenbeschwerden ist die Kräftigung der Rumpfmuskulatur nach dem Motto: "Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz." Rollen und Polster an den Kraftmaschinen verhindern Ausweichbewegungen und vermeiden, dass andere als die zu trainierenden Muskeln eine Bewegung ausführen.

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